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Abscheidung, Verwendung und Speicherung von CO2 / Negative Emissionstechnologien

Das Forschungsprogramm CCUS (Carbon Capture, Utilisation, transport and Storage) / NET (Negative Emission Technologies) des Bundesamts für Energie (BFE) fördert Innovation zur gesamten Prozesskette: von der CO2-Abscheidung über die Nutzung in Materialien sowie Treib- und Brennstoffen bis hin zur Speicherung in geologischen Formationen. Im Mittelpunkt stehen Forschungsvorhaben, die für den Energiesektor relevant sind oder Auswirkungen auf energiebezogene Prozesse haben. Ziel ist es, CCUS- und NET-Technologien durch Forschung und Innovation in allen Bereichen der Prozesskette voranzutreiben - mit Schwerpunkt auf die Bedürfnisse und Rahmenbedingungen der Schweiz. Detailliertere Ausführungen sind dem Forschungskonzept CCUS / NET für die Jahre 2023 - 2028 zu entnehmen.

Im Forschungsprogramm CCUS / NET vereinen sich folgende Forschungsprogramme mit unterschiedlichen Schwerpunkten:

Industrielle Prozesse – Themen im Zusammenhang mit der CO2-Abscheidung aus industriellen Aktivitäten oder direkt aus der Atmosphäre sowie mit dessen Konditionierung, Transport und Nutzung. Von besonderem Interesse sind die Entwicklung und Optimierung effizienter und wirtschaftlich tragfähiger Abscheidetechnologien, deren Integration in industrielle Prozesse sowie Transportlösungen und die damit verbundene Infrastruktur. Die CO2-Nutzung umfasst insbesondere die Umwandlung in synthetische Brenn- und Treibstoffe oder chemische Produkte sowie die Mineralisierung und Einbindung von CO2 in Baustoffe. Zu den Negativemissionstechnologien (NET) gehören insbesondere Technologien mit denen CO2 dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt werden kann, beispielsweise durch direkte Abscheidung aus der Luft und dauerhafte Speicherung (DACCS) oder durch Mineralisierung. Besonderes Augenmerk gilt dem Potenzial zur Emissionsreduktion oder zur dauerhaften Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre, der Energieeffizienz, der Skalierbarkeit sowie dem Multiplikationspotenzial dieser Lösungen. Ebenfalls von Interesse sind Ansätze zur Sektorkopplung, die darauf abzielen, die Integration und Synergien zwischen CO2 und verschiedenen Energieträgern (z.B. Strom, Wärme, Wasserstoff sowie synthetische Brenn- und Treibstoffe) in industriellen und energietechnischen Prozessen und Systemen zu optimieren.
(Kontakt: elena-lavinia.niederhaeuser@bfe.admin.ch)

Bioenergie – Ansätze, die Bioenergie mit CO2-Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung verbinden (BECCUS, Bioenergy with Carbon Capture, Utilisation and Storage): Das bei der energetischen Nutzung von Biomasse (z.B. Holz, landwirtschaftliche Reststoffe oder Bioabfälle) freigesetzte biogene CO2 wird abgeschieden und anschliessend entweder genutzt (z.B. in synthetischen Treib- und Brennstoffen oder Materialien) oder gespeichert. Da die Biomasse zuvor CO2 aus der Atmosphäre entzogen hat, kann BECCUS – je nach Verwendungspfad und Herkunft der Biomasse – netto negative Emissionen ermöglichen.
(Kontakt: vanessa.burg@bfe.admin.ch)

Geoenergie – Themen im Zusammenhang mit der geologischen CO2‑Speicherung, einschliesslich der Forschung zu Sicherheitsaspekten von CO2-Speicherung, der Entwicklung von Mess- und Überwachungskonzepten zur langfristigen Permanenz des gespeicherten CO2 sowie der Charakterisierung potenzieller Speicher- und Deckgesteine im Schweizer Untergrund hinsichtlich der kurz- und langfristigen chemischen, thermischen, hydraulischen und mechanischen Reaktion auf die CO2‑Injektion.

Darüber hinaus sind übergreifende Forschungsfragestellungen im Zusammenhang mit anderen Untergrundnutzungen (z.B. Geothermie und unterirdische Energiespeicher) von Interesse, insbesondere in Bezug auf innovative und effiziente Prospektions- und Explorationsmethoden sowie Ansätze zur Erschliessung von Speicherreservoiren.
(Kontakt: florence.begue@bfe.admin.ch)

Vergabeverfahren

Die Forschungsförderung erfolgt subsidiär im offenen Bottom-up-Verfahren sowie über thematische Ausschreibungen (Top-down). Projektanträge können grundsätzlich jederzeit eingereicht werden, sofern sie eine klare strategische Übereinstimmung mit den Zielen des Forschungsprogramms sowie der Energiestrategie des Bundes aufweisen.

Interessierten Gesuchstellerinnen und Gesuchstellern wird empfohlen, frühzeitig mit der Programmleitung Kontakt aufzunehmen und zunächst eine kurze Projektskizze einzureichen (max. 2-3 Seiten, siehe Template Projektskizze). Diese dient der inhaltlichen und strategischen Vorprüfung und sollte Angaben zu Themenbereich, Projektumfang, Projektpartnern sowie zur Relevanz für die Schweiz enthalten. Auf dieser Basis wird – vorbehaltlich der Verfügbarkeit der Mittel – entschieden, ob die Ausarbeitung eines vollständigen Gesuchs empfohlen wird. Die Bestimmungen der Vollzugsweisung zur Einreichung und Evaluation von Gesuchen um Finanzhilfe für Energieforschungsprojekte sind bei der Antragstellung zu beachten.

Weiterführende Informationen