Aktuelle Ausschreibung SWEETER: Industrial Processes

Die erste Ausschreibung von SWEETER ist lanciert. Um den Einbezug von Vertretern aus der Praxis von Anfang an zu stärken, hat das Bundesamt für Energie für diese Ausschreibung mehrere Anpassungen vorgenommen. Zu den wichtigsten Änderungen gehören:

  • Die erwartete Wirkung eines Konsortiums, um Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft anzustossen, wird neu anhand eines Wirkungsmodells geplant und gezielt auf Praxispartner ausgerichtet. 
  • Unternehmen oder andere nicht-akademische Organisationen können nun auch Konsortien leiten und werden ausdrücklich dazu ermutigt, diese Rolle zu übernehmen.
  • Konsortien, welche eingeladen werden, ein Full Proposal auszuarbeiten, erhalten eine spezifische finanzielle Unterstützung in Höhe von 25'000 CHF, sobald das Full Proposal eingereicht wurde.

Thema der Ausschreibung ist «Energy- and resource-efficient industrial processes». Industrielle Prozesse stellen eine Herausforderung für die Erreichung der Ziele der Energiestrategie 2050 und der langfristigen Klimastrategie dar. Die Bereitstellung von Prozesswärme ist dabei besonders wichtig, weil sie mehr als 55% des gesamten Endenergieverbrauchs des Industriesektors ausmacht. Zudem werden fast 50% dieser Wärme immer noch mit fossilen Brennstoffen erzeugt, was etwa 15% der nationalen CO₂-Emissionen entspricht. Eine zentrale Herausforderung liegt in den hohen Temperaturanforderungen: Bei rund 70% der industriellen Prozesse betragen sie 150 °C und mehr. Ausgereifte Alternativen zu fossilen Brennstoffen, um hohe Temperaturen zu erreichen, gibt es derzeit kaum.

Diese Herausforderungen werden im ersten von zwei Forschungsschwerpunkten abgedeckt: Dieser befasst sich damit, wie Hochtemperatur-Prozesse und andere industrielle Prozesse, für die es noch keine marktfähigen Lösungen gibt und die weiterhin Forschung und Innovation erfordern, optimiert und von fossilen Brennstoffen abgekoppelt werden können. 

Der zweite Schwerpunkt befasst sich mit der Wiederverwendung, Umnutzung, Wiederaufbereitung und dem Recycling von Komponenten, von denen erwartet wird, dass sie im zukünftigen Energiesystem eine wichtige Rolle spielen werden, wie z.B. Photovoltaikmodule, Batterien, Wärmepumpen und Elektrolyseure. Er trägt deren Wichtigkeit Rechnung und zielt darauf ab, Materialien möglichst effizient zu nutzen, wertvolle Stoffe zurückzugewinnen und die Umweltbelastung zu reduzieren.

Konsortien können sich bis zum 30. Juni 2026 mit einem Pre-Proposal bewerben, welches bis zum 12. Mai 2026 beim SWEET Office angekündigt werden musste. Die beiden Konsortien mit am besten bewerteten Pre-Proposals werden eingeladen, ein Full Proposal auszuarbeiten und erhalten dafür eine finanzielle Unterstützung. Am Ende wird ein Konsortium ausgewählt. Das Budget der Ausschreibung in Höhe von knapp 12 Millionen Franken wird für zwei Dreijahresperioden vergeben, zwischen denen eine Zwischenevaluation stattfindet.

Folgende Konsortien beabsichtigen ein Pre-Proposal einzureichen:

  • CHILL – Closing Heating and Industrial Infrastructure Loops (Host Institution: PSI; Director: Sarbajit Banerjee)
  • CIRCLE-E – CO2-free solutions for Industrial Resource Circularity and Energy-Efficiency (Host Institution: ZHAW; Director: Christian Jaeger)
  • DeHEAT – Decentralized High Efficiency Ammonia Technologies (Host Institution: plasNifix AG; Director: Martin Poms)
  • DEQTEC R3 – Integrated Reuse Planning for Circular and Equitable Decarbonization (Host Institution: FHNW; Director: Natasa Vulic)
  • DISCO – Decarbonization of industrial processes and fostering or circularity for the components of the future Swiss energy system based on renewables (Host Institution: Planair SA; Director: Mathieu Boccard)
  • DRIVE – Decarbonizing and Recycling in Industry for Viable Energy system transitions (Host Institution: ETHZ; Director: Stefanie Hellweg)
  • ECTODEX – Enhancing Circularity through Trusted Operational Data Exchange (Host Institution: HSLU; Director: Giselher Wichmann)
  • FUSION – Future Sustainable Industrial Processes On The Way To Net-Zero (Host Institution: HEIG-VD; Director: Massimiliano Capezzali)
  • HEATFLEX-API – Heat Flexibility and Defossilization for API Manufacturing (Host Institution: Siegfried AG; Director: Christian Buchwalder)
  • INDUSTRY-CH – Industrial Net-zero Decarbonisation through Upgraded Systems, Thermal Recovery, and Yield-focused Circularity in Switzerland (Host Institution: PSI; Director: Russell McKenna)
  • Low-Temp-H2 – Low-Temp-H2: Overcoming Thermal Barriers in Carbon-Free Hydrogen Production via Integrated Graphene-Pd Membranes (Host Institution: UniFR; Director: Ali Coskun)
  • PlasmaTherm – Plasma-based technology as zero-carbon alternative to fossil industrial high temperature processes (Host Institution: OST; Director: Andre Heel)
  • REFIND – Renewable energy sources integration to replace fossil fuel-based industry process heat (Host Institution: EPFL; Director: Jan van Herle)
  • REHEAT+ – Industrial Retrofitting for Renewable High-Temperature Heat Integration and Material Circularity (Host Institution: ETHZ; Director: Kent Warren)
  • SCALE-IP – Scaling Circular and Low-Emission Industrial Processes (Host Institution: HSG; Director: Maximilian Palmié)
  • SIP – Sustainable Industrial Processes (Host Institution: OST; Director: Markus Friedl) 
  • THRIVE – Thermal Recovery and In-process efficiency via Versatile Engineered Foams (Host Institution: ETHZ; Director: Markus Bambach)
  • ZECABRiCK – Decarbonization of the brick industry (Host Institution: FHNW; Director: Daniel Kellenberger)

Die «Call Guideline» mit allen zugehörigen Dokumenten steht unter «Dokumente» zum Download bereit.

Dokumente

Guideline, Fragen und Antworten

Letzte Änderung 13.05.2026

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