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Schweizer Forschung auf hohem Niveau - aber Nachholbedarf bei den sozial-wissenschaftlichen Themen

Bern, 28.09.2004 - Das Bundesamt für Energie (BFE) hat heute eine Studie zum Stand der Forschung und Entwicklung im Bereich der Entsorgung radioaktiver Abfälle in Auftrag gegeben. Die Studie liegt nun vor und bestätigt das hohe Niveau der naturwissenschaftlich-technischen Entsorgungsforschung in der Schweiz und in internationalen Projekten mit Schweizer Beteiligung. Nachholbedarf besteht jedoch nach Auffassung der Autoren in der Bearbeitung von sozialwissenschaftlichen Fragestellungen der Entsorgung, bei der sich vor allem die öffentliche Hand stärker engagieren soll.

In der Schweiz wird das Konzept der kontrollierten geologischen Tiefenlagerung verfolgt. Dieses Konzept ist nach dem aktuellen internationalen Wissenstand die beste Option für die langfristige sichere Entsorgung. Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein beträchtlicher wissenschaftlich-technischer Forschungsaufwand erforderlich. Mit der Studie „Stand und Perspektiven der Forschung und Entwicklung zur Entsorgung radioaktiver Abfälle“ liegt nun erstmals eine kompakte und umfassende Übersicht zur Entsorgungsforschung in der Schweiz und in internationalen Projekten mit Schweizer Beteiligung vor. Ergänzend dazu wurden auch die wichtigsten Forschungsaktivitäten von Ländern mit fortgeschrittenen Entsorgungsprogrammen betrachtet.

Die Autoren der Studie kommen zum Schluss, dass der Stand der Entsorgungsforschung in der Schweiz dem hohen internationalen Stand des Wissens und der Technik entspricht, und in der Schweiz zum Teil sogar Standards gesetzt werden. Die inhaltliche Ausrichtung der naturwissenschaftlich-technischen Forschung und das schrittweise Vorgehen ermöglichen es, den diesbezüglichen Forschungsbedarf genau zu definieren und so die noch offenen Fragen zum richtigen Zeitpunkt und in der erforderlichen Tiefe zu beantworten.

Das Forschungsfeld der geisteswissenschaftlichen Entsorgungsforschung ist demgegenüber noch weitgehend unberührt. Die Fragestellungen in diesem Bereich müssen erst herausgearbeitet und strukturiert werden. Mögliche Themenkomplexe betreffen die sozio-ökonomischen Problemstellungen (z.B. Auswirkung eines Lagers auf die wirt-schaftliche Entwicklung der Standortregion), rechtliche Fragen, Fragen der Risikowahr-nehmung und Risikoakzeptanz in der Gesellschaft, usw. Die Autoren der Studie empfehlen eine systematische wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den sozialwissenschaftlichen Aspekten der Entsorgung. In diesem Sinne soll auch den Möglichkeiten von inter- und transdisziplinären Projekten vermehrt Beachtung geschenkt werden.

Die Abfallverursacher sind für die Entsorgung und die damit verbundenen Vorarbeiten verantwortlich. So bestimmt in der Schweiz im Wesentlichen die Nagra die Finanzierung und Ausrichtung der Forschung. Obwohl die Autoren der Studie keinen Anlass für einen verstärkten staatlichen Einfluss auf die inhaltliche Ausrichtung der Entsorgungsforschung identifizieren können, empfehlen sie, dass die Bundesinstitutionen (z.B. die Eidg. Kommission für die Sicherheit von Kernanlagen KSA oder der Schweizerische Nationalfonds) bei der Koordination der naturwissenschaftlich-technischen und geisteswissenschaftlichen Entsorgungsforschung eine wichtigere Rolle übernehmen. Daneben soll sichergestellt werden, dass neben der von der Nagra bestimmten Forschung auch eine unabhängige, staatlich finanzierte Entsorgungsforschung betrieben werden kann. Insbesondere im Bereich der geisteswissenschaftlichen Fragestellungen, welche nicht direkt der technischen Umsetzung der Entsorgung dienen, soll der Staat entsprechende Mittel bereitstellen.

Das BFE wird die Studie nun den relevanten Stellen aus Forschung, Behörden und Wirt-schaft zur Stellungnahme vorlegen.

Dokumente zum Thema

Studie
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Letzte Änderung: 28.09.2004


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