Beginn Inhaltsbereich

Beginn Navigator

Ende Navigator



Glossar

A

Abfälle
Im Kernbrennstoffkreislauf oder zu einem kleinen Teil in Forschung, Industrie oder Medizin fallen feste, flüssige oder gasförmige radioaktive Abfälle an. Es wird zwischen schwach- und mittelaktiven (SMA), hochaktiven und langlebig mittelaktiven Abfällen (HAA/LMA) unterschieden, welche unterschiedliche Eigenschaften aufweisen.

AGNEB
Arbeitsgruppe des Bundes für die nukleare Entsorgung

Anhörung
Am Ende jeder Etappe der Standortsuche werden der Ergebnisbericht sowie die Objektblätter den betroffenen Kantonen zugestellt und während mindestens 20 Tagen öffentlich aufgelegt. Das Anhörungsverfahren dauert in der Regel 3 Monate (Art. 19 RPV).

ARE
Bundesamt für Raumentwicklung

B

BAFU
Bundesamt für Umwelt


BAG
Bundesamt für Gesundheit

Barrieren
Barrieren bilden das passive Sicherheitssystem eines Lagers zum Schutz von Mensch und Umwelt. Es sind technische und natürliche (geologische) Einschluss- und Rückhaltesysteme, welche die radioaktiven Abfälle nach dem Multibarrieren-Konzept von der Biosphäre isolieren.

Bentonit
Grauweisses Tongestein, durch Umbildung aus vulkanischer Asche entstanden (Name nach Fort Benton, Montana, USA). Wegen seines hohen Gehalts an Montmorillonit (Tonmineral) verfügt Bentonit über eine grosse Quellfähigkeit, Ionenaustausch- und Absorptionsvermögen. Aufgrund dieser technisch wertvollen Eigenschaften wird Bentonit im Zusammenhang mit geologischer Tiefenlagerung als technische Barriere zur Restverfüllung und zum Verschluss eines geologischen Tiefenlagers verwendet.

BFE
Bundesamt für Energie

Brennelement
Eine Anordnung von Brennstäben, in welcher der Kernbrennstoff in den Kernreaktor eingesetzt wird. Ein Brennelement eines Druckwasserreaktors enthält rund 530 kg, das eines Siedewasserreaktors rund 190 kg Uran.

Brennstab
Geometrische Form, in der Kernbrennstoff, ummantelt mit Hüllmaterial, in einen Reaktor eingesetzt wird. In den meisten Fällen werden mehrere Brennstäbe zu einem Brennelement zusammengefasst.

E

EDI
Eidgenössisches Departement des Innern

EKRA
Expertengruppe Entsorgungskonzepte für radioaktive Abfälle

Endlager
Anlage zur langfristig wartungsfreien, zeitlich unbefristeten Lagerung von radioaktiven Abfällen ohne beabsichtigte Rückholung

ENSI
Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat

Entsorgung
Die Beseitigung von radioaktiven Abfällen. Sie umfasst einerseits das Sammeln, Zwischenlagern, Transportieren und Verwerten der radioaktiven Abfälle; andererseits deren Lagerung und Aufbewahrung in geologischen Tiefenlagern.

Entsorgungsnachweis
Der Entsorgungsnachweis ist der Nachweis über die grundsätzliche Machbarkeit der Entsorgung radioaktiver Abfälle in einer bestimmten geologischen Schicht. Der Entsorgungsnachweis soll aufzeigen, dass in der Schweiz ein genügend grosser Gesteinskörper mit den erforderlichen Eigenschaften existiert. Der Entsorgungsnachweis ist sowohl für schwach- und mittelaktive Abfälle als auch für hochaktive Abfälle erbracht worden.

Entsorgungspflichtige
Wer eine Kernanlage betreibt oder stilllegt, ist verpflichtet, die aus der Anlage stammenden radioaktiven Abfälle auf eigene Kosten sicher zu entsorgen (Art. 31 KEG). Der Bund entsorgt die radioaktiven Abfälle, die nach Artikel 27 Absatz 1 StSG abgeliefert worden sind (Art. 33 KEG). Im Hinblick auf die dauernde und sichere Entsorgung von radioaktiven Abfällen haben die Betreiber der fünf schweizerischen Kernkraftwerke und die Schweizerische Eidgenossenschaft 1972 die Nagra gegründet.

Entsorgungsprogramm
Die Entsorgungspflichtigen haben gemäss Artikel 52 der Kernenergieverordnung im Entsorgungsprogramm Angaben zu machen über Herkunft, Art und Menge der radioaktiven Abfälle; die benötigten geologischen Tiefenlager einschliesslich ihres Auslegungskonzepts; die Zuteilung der Abfälle zu den geologischen Tiefenlagern; den Realisierungsplan für die Erstellung der geologischen Tiefenlager; die Dauer und die benötigte Kapazität der zentralen und der dezentralen Zwischenlagerung; den Finanzplan für die Entsorgungsarbeiten bis zur Ausserbetriebnahme der Kernanlagen.
Zudem haben die Entsorgungspflichtigen das Programm alle fünf Jahre anzupassen. Zuständig für die Überprüfung und für die Überwachung der Einhaltung des Programms sind das ENSI und das federführende Bundesamt.


Ergebnisbericht (und Objektblätter)
Ergebnisbericht und Objektblätter sind das Resultat der jeweiligen Koordinationsprozesse. Sie bestehen aus Karte und Text und zeigen namentlich die Ausdehnung des geologischen Standortgebiets, den Planungsperimeter sowie in Etappe 2 und 3 die Standorte, das Fazit der Beurteilung hinsichtlich Sicherheit und Machbarkeit sowie hinsichtlich der Aspekte Raum und Umwelt. Sie geben auch Anweisungen für die Umsetzung in der nachfolgenden Etappe, respektive für die Genehmigung der Rahmenbewilligung.

F

Felslabor Mont Terri (Kanton Jura)
Dreizehn Organisationen führen aus sechs Ländern im Felslabor Mont Terri ein gemeinsames Forschungspro-gramm zur Abklärung der Eigenschaften des Opalinustons durch. Für das Forschungsprogramm haben die 14 Partner 2009/2010 ein Budget von 3,92 Mio. Franken bereitgestellt. Am Mont Terri wurden von 1996 Investitionen in der Höhe von 51,4 Mio. Franken getätigt.

G

Geologische Formation
Zusammengehörende Gesteine aufgrund der Art ihrer Entstehung

Geologisches Standortgebiet
Das geologische Standortgebiet wird durch die für die Lagerung der radioaktiven Abfälle geeigneten geologischen Gesteinskörper im Untergrund definiert.

Geologisches Tiefenlager
Anlage im geologischen Untergrund, die verschlossen werden kann, sofern der dauernde Schutz von Mensch und Umwelt durch passive Barrieren sichergestellt wird.

Geosphäre
Der Begriff umfasst die Gesamtheit der geologischen Einheiten zwischen Einlagerungshohlräumen und Biosphäre (inkl. Wirtsgestein).

Gesteinsformation
Aufgrund der Art ihrer Entstehung zusammengehörige Gesteinsverbände

H

HAA
Hochradioaktive Abfälle: Darunter fallen abgebrannte Brennelemente und verglaste Spaltprodukte aus der Wiederaufbereitung. Durch den radioaktiven Zerfall entsteht eine grosse Wärmeentwicklung.

Halbwertszeit
Zeit, nach der die Hälfte einer anfänglich vorhandenen Anzahl angeregter Kerne zerfallen ist.

Hochaktive Abfälle
Darunter fallen abgebrannte Brennelemente und verglaste Spaltprodukte aus der Wiederaufbereitung. Durch den Zerfall entsteht eine grosse Wärmeentwicklung. Abk. HAA

I

Ionisierende Strahlung
Strahlung, die bei der Absorption in der Materie Ionen erzeugt.

Isotop
Atome desselben chemischen Elementes, die sich in der Anzahl ihrer Neutronen im Atomkern unterscheiden.

K

KEG
Kernenergiegesetz vom 21. März 2003: Das Kernenergiegesetz regelt die friedliche Nutzung der Kernenergie und bestimmt das Vorgehen bei der Entsorgung radioaktiver Abfälle.

Kernenergiegesetz
Kernenergiegesetz vom 21. März 2003: Das Kernenergiegesetz regelt die friedliche Nutzung der Kernenergie und bestimmt das Vorgehen bei der Entsorgung radioaktiver Abfälle.

Kernspaltung
Physikalischer Vorgang, bei dem ein Atomkern in zwei oder mehrere Teile gespalten wird. Bei der Spaltung von schweren Atomkernen wird Energie freigesetzt.

KEV
Kernenergieverordnung vom 10. Dezember 2004

Kernenergieverordnung
Kernenergieverordnung vom 10. Dezember 2004

KKB
Kernkraftwerk Beznau

KKG
Kernkraftwerk Gösgen

KKL
Kernkraftwerk Leibstadt

KKM
Kernkraftwerk Mühleberg

KKW
Kernkraftwerk

KNE
Kommission Nukleare Entsorgung

KNS
Kommission für nukleare Sicherheit

Kompensationsmassnahmen
Kompensationsmassnahmen werden ergriffen, wenn durch Planung, Bau oder Betrieb des geologischen Tiefenlagers negative Auswirkungen auf eine Region festgestellt werden. Die Kompensationsmassnahmen werden in Zusammenarbeit mit der Standortregion und dem Standortkanton erarbeitet, vom BFE genehmigt und von den Entsorgungspflichtigen finanziert.

Konditionierung
Abfallbehandlung und -verpackung

Kosmische Strahlung
Strahlung aus dem Weltraum

L

Langlebige mittelaktive Abfälle
Langlebige mittelradioaktive Abfälle: Radioaktive Abfälle mit einem bedeutenden Gehalt an Alphastrahlern. Sie entstehen bei der Wiederaufbereitung von abgebrannten Brennelementen. Nach Inkrafttreten der neuen Kernenergieverordnung wurde die Kategorie LMA durch die Kategorie "Alphatoxische Abfälle" (ATA) ersetzt.

Langzeitsicherheit
Der dauernde Schutz von Mensch und Umwelt durch Barrieren und/oder Massnahmen

M

Machbarkeitsnachweis
Der Machbarkeitsnachweis muss zeigen, dass im gewählten Wirtsgestein ein Tiefenlager unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften mit den heute vorhandenen technischen Mitteln gebaut, betrieben und langfristig sicher verschlossen werden kann.

MIF-Abfälle
Abfälle aus Medizin, Industrie und Forschung

mSv
Millisievert: Sievert ist die Masseinheit für die biologischen Schäden bei der Absorption ionisierender Strahlung (in lebenden Zellen) und wird meistens in tausendstel Sievert (mSv) angegeben.

N

NAGRA
Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle. Im Hinblick auf die dauernde und sichere Entsorgung von radioaktiven Abfällen haben die Betreiber der fünf schweizerischen Kernkraftwerke und die Schweizerische Eidgenossenschaft 1972 die Nagra gegründet.

Natürliche Barrieren
Die natürlichen Barrieren sind das Wirtsgestein in der Lagerzone und die weitere Geosphäre (Wirtsgestein und geologisches Umfeld). Sie übernehmen neben ihrer Rückhaltefunktion den langfristigen Schutz der technischen Barrieren.

Natürliche Strahlung
Besteht aus der kosmischen Strahlung (ca. 0.35 mSv im Durchschnitt), den Uran Zerfallsprodukten aus dem Untergrund, insbesondere dem Radon (zwischen 0.3 mSv und 3 mSv) und der körpereigenen Strahlung der Knochen (Kalium-40)(ca. 0.4 mSv im Durchschnitt).

O

Oberflächenlager
Ein Zwischen-, Dauer-, Langzeit- oder Endlager an der Erdoberfläche

Objektblatt
Kern der Sachpläne des Bundes sind die Objektblätter, auf denen die einzelnen Vorhaben beschrieben sind. Objektblätter bestehen aus einem Karten- und Textteil und sind nach einem gleich bleibendem Schema aufge-baut: Titel mit Nummer des Objektblattes, Zusammenfassung mit Kurzbeschreibung, Bearbeitungsstand mit Angabe der Sachplankategorie, Auflistung der involvierten Stellen, Ausgangslage, Problemstellung, Ziele für die Integration der Anlage in den Grossraum; Anlagenteile, Erschliessung, Landschaftswerte, Kompensationsmassnahmen ausserhalb der Anlage zur regionalen Entwicklung, Beschlussteil: Abstimmungs- und Koordinationsanweisungen, Weiteres Vorgehen, Dokumentation.

Opalinuston
Vor mehr als 175 Mio. Jahren, während der Jurazeit, lagerte sich am Grund eines flachen Meeres feiner Schlamm aus Tonpartikeln ab. Dadurch entstand der Opalinuston, der seinen Namen von häufigen Fossilienfunden des Ammoniten Leioceras opalinum bekam. Das tonige Sedimentgestein ist über grosse Teile der Nordschweiz gleichförmig abgelagert.

P

Planungsperimeter
Der Planungsperimeter bezeichnet den geographischen Raum, welcher durch die Ausdehnung des geologischen Standortgebiets unter Berücksichtigung von möglichen Anordnungen der benötigten Anlagen an der Oberfläche festgelegt wird.

Plutonium
In Kernkraftwerken entstehendes, in der Natur sehr selten vorkommendes spaltbares radioaktives Element

PSI
Paul Scherrer Institut

R

Radioaktive Strahlung
Strahlung, die beim Zerfall angeregter Atomkerne entsteht.

Radioaktiver Zerfall
Spontane, nicht beeinflussbare Kernumwandlungen, bei denen radioaktive Strahlung ausgesendet wird.

Radioaktivität
Eigenschaft bestimmter Stoffe, sich ohne äussere Einwirkung umzuwandeln und dabei eine spezifische Strahlung auszusenden. Die Radioaktivität wurde 1896 von Becquerel am Uran entdeckt. Die radioaktiven Stoffe werden durch ihre Halbwertszeit charakterisiert. Diese bezeichnet die Zeit, in der sich in einer vorgegebenen Menge die Hälfte der Atomkerne umwandelt. Es sind Halbwertszeiten von mehreren Milliarden Jahren bis zu millionstel Sekunden bekannt. Charakteristisch sind auch die Strahlung und ihre Energie, die beim Zerfall emittiert wird.

RPG
Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz)

RPV
Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000

Rückholbarkeit
Mit Rückholbarkeit wird die Möglichkeit bezeichnet, radioaktive Abfälle aus einer offenen, teilweise oder ganz verschlossenen Anlage mit mehr oder weniger grossem finanziellem und technischem Aufwand zurückzuholen.

S

Sachplan
Konzepte und Sachpläne sind Planungen im Sinne des Raumplanungsgesetzes. Sie ermöglichen unter Berücksichtigung der anzustrebenden räumlichen Entwicklung des Landes eine umfassende Planung und Koordination raumwirksamer Bundestätigkeiten.

Sachplan geologische Tiefenlager
Der Sachplan geologische Tiefenlager legt im Konzeptteil Verfahren und Kriterien fest, nach denen die Standortauswahl für geologische Tiefenlager in der Schweiz erfolgen soll. Die langfristige Sicherheit von Mensch und Umwelt steht dabei an erster Stelle. Eine wesentliche Rolle spielen auch sozioökonomische und raumplanerische Aspekte; diese sind regional unterschiedlich und können nur unter Partizipation der betroffenen Kantone und Regionen erarbeitet werden. Ausgehend von der ganzen Schweiz legt der Konzeptteil des Sachplans geologische Tiefenlager das Verfahren zur schrittweisen Einengung von potenziellen Regionen bis hin zur Standortwahl fest und regelt die regionale Mitwirkung.

Schwach- und mittelaktive Abfälle
Solche Abfälle enthalten vorwiegend kurzlebige radioaktive Stoffe mit kleinerer Halbwertszeit. Mittelaktive Abfälle erfordern zusätzliche Abschirmungen. Sie stammen vom Betrieb und späterem Abbruch der Kernkraftwerke und aus Medizin, Industrie und Forschung.

Sedimentgestein
Sedimente sind so genannte "Sekundärgesteine". Sie entstehen aus Verwitterungsmaterialien (anderer Gesteine), welche durch Wind, Wasser oder Eis transportiert und abgelagert wurden oder durch chemische Ausfällung.

Seismische Untersuchungen
Bei seismischen Untersuchungen werden an der Erdoberfläche künstlich Schwingungen erzeugt. Diese breiten sich wellenförmig in die Tiefe aus und werden an einzelnen Gesteinsschichten reflektiert. Die reflektierten Wellen werden an der Oberfläche aufgezeichnet und ermöglichen eine räumliche Abbildung der geologischen Strukturen.

Sicherheitsnachweis
Der Sicherheitsnachweis muss zeigen, dass im definierten Wirtsgestein, mit den aufgrund von Sondierbefunden nachgewiesenen geologischen und hydrogeologischen Eigenschaften sowie den technischen Barrieren die Langzeitsicherheit des geologischen Tiefenlagers gewährleistet ist.

SMA
Schwach- und mittelradioaktive Abfälle: Diese Abfälle enthalten vorwiegend kurzlebige radioaktive Stoffe mit kleinerer Halbwertszeit. Sie stammen vom Betrieb und späterem Abbruch der Kernkraftwerke und aus Medizin, Industrie und Forschung.

Standortgemeinde
Gemeinde, unterhalb deren Gemeindegrenze ein geologisches Standortgebiet ganz oder teilweise liegt.

Standortkanton
Kanton mit einer oder mehreren Gemeinden in einer Standortregion

Standortnachweis
Der Standortnachweis muss aufgrund von dokumentierten Untersuchungsergebnissen zeigen, dass ein genügend grosser Gesteinskörper mit den im Sicherheitsnachweis festgehaltenen Eigenschaften existiert, so dass die Realisierung eines geologischen Tiefenlagers im besagten Standortgebiet mit Aussicht auf Erfolg in Angriff genommen werden könnte.

Standortregion
Die Standortregion setzt sich zusammen aus den Standortgemeinden sowie den Gemeinden, welche ganz oder teilweise im Planungsperimeter liegen. Zusätzlich und in begründeten Fällen können weitere Gemeinden zur Standortregion gezählt werden.

Strahlenschutz
Organisatorische und technische Massnahmen zur Minimierung der schädlichen Wirkung von Strahlung auf Mensch und Umwelt

StSG
Strahlenschutzgesetz vom 22. März 1991

StSV
Strahlenschutzverordnung vom 22. Juni 1994

T

Technische Barrieren
Die technischen Barrieren umfassen die Abfallform (z.B. Glas), die Verpackung der Abfälle (z.B. Stahlkanister) und allenfalls die Verfüllung der Lagerkavernen und -stollen (z.B. Bentonit).

Tiefenlager
Ein Zwischen-, Dauer-, Langzeit- oder Endlager im geologischen Untergrund

Toxizität

Giftigkeit einer Substanz bei Aufnahme in den Körper. Bei der Radiotoxizität beruht die Schädlichkeit auf der nuklidspezifischen Wirkung der radioaktiven Strahlung. Die Radiotoxizität eines Abfallgebindes oder Lagers ist die Summe der Toxizitäten der gesamthaft enthaltenen Nuklide.

Transmutation
Gezielte Überführung von radioaktiven Isotopen mit langen Halbwertszeiten in stabile Isotope oder solche mit kurzen Halbwertszeiten durch den Beschuss mit Neutronen oder geladenen Teilchen. Vorgängig müssen die radioaktiven Isotope in aufwendigen Verfahren getrennt werden.

U

Untere Süsswassermolasse
Als Molasse bezeichnet man Ablagerungen im Vorland eines sich faltenden Gebirges. Sie kommt im Schweizer Mittelland vor. Während der Molassesedimentation wechselten sich Meeresablagerungen und Festlandbildungen mehrmals ab. Die entsprechenden Ablagerungen bezeichnet man als (untere/obere) Meeres- und Süsswassermolasse. Untere Süsswassermolasse: In der Nähe des Alpenrandes bildeten sich Nagelfluhdeltas, weiter weg im Molassebecken kam es zu Überschwemmungsablagerungen mit sandgefüllten Flussrinnen.

Uran
Natürlich vorkommendes spaltbares radioaktives Element

USG
Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz)

USM
Untere Süsswassermolasse

UVEK
Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

UVP
Umweltverträglichkeitsprüfung

UVPV
Verordnung vom 19. Oktober 1988 über die Umweltverträglichkeitsprüfung

V

Verglasung
Die bei der Wiederaufbereitung anfallenden hochradioaktiven Stoffe müssen in ein tiefenlagerfähiges Produkt übergeführt werden. Als geeignete Methode hierfür hat sich die Verglasung erwiesen.

Verfüllung
Verfüllen der Lagerkavernen und -stollen nach Einlagerung der Abfallgebinde (Art. 67 KEV)

Verschluss
Verfüllen und Versiegeln aller untertägigen Teile und des Zugangsstollens des geologischen Tiefenlagers nach Abschluss der Beobachtungsphase (Art. 69 KEV)

W

Wiederaufbereitung
Anwendung chemischer Verfahren, um das in den ausgedienten Brennelementen noch enthaltene spaltbare Material wie Uran und Plutonium für eine weitere Nutzung abzutrennen. Dabei entstehen alle Arten radioaktiver Abfälle.

Wirtgestein
Als Wirtgestein wird derjenige Bereich der Geosphäre bezeichnet, der für den Schutz der technischen Barrieren, die Begrenzung des Wasserzuflusses zum Lager und für die Rückhaltung der Radionuklide massgebend ist. Das Lager wird innerhalb des Wirtgesteins angelegt.

Z

ZWILAG
Zwischenlager Würenlingen AG

Zwischenlager
Lagergebäude zur zeitlich begrenzten Lagerung von radioaktiven Abfällen

Zwischenergebnis
Gemäss Raumplanungsverordnung zeigt der Richtplan welche raumwirksamen Tätigkeiten noch nicht aufeinander abgestimmt sind und was vorzukehren ist, damit eine zeitgerechte Abstimmung erreicht werden kann.

ZZL
Zentrales Zwischenlager

Ihre Ansprechperson: Seraina Branschi
Letzte Änderung: 30.11.2011


Ende Inhaltsbereich





http://www.bfe.admin.ch/radioaktiveabfaelle/01279/index.html?lang=de