Das Forschungsprogramm Energie - Wirtschaft - Gesellschaft (EWG) befasst sich mit den wirtschaftlichen, sozialen und umweltrelevanten Fragen der Gewinnung, Verteilung und Nutzung von Energie. Energiemärkte weisen verschiedene Unvollkommenheiten auf, was dazu führen kann, dass nur durch Intervention des Staates volkswirtschaftlich effiziente Resultate möglich sind. In diesen Fällen ist die Intervention des Staates nötig. Marktlücken können zum Beispiel durch folgende Aspekte hervorgerufen werden.
- Energie ist ein essenzielles Gut: Für jede wirtschaftliche Aktivität wird Energie benötigt. Nicht nur der Preis, sondern auch die Versorgungssicherheit und der Service Public sind daher wichtig.
- Leitungsgebundene Energieträger sind natürliche Monopole, da der Bau von parallelen Netzen nicht wirtschaftlich ist.
- Viele Entscheide sind durch lange Investitions- und Nutzungsdauern gekennzeichnet. Dazu braucht es langfristige Prognosen. Schwierigkeiten dabei sind der Umgang mit Unsicherheit und der Vergleich von gegenwärtigen und zukünftigen Geldflüssen.
- Viele technische Energiesysteme bergen die Gefahr von Unfällen, welche die öffentliche Sicherheit beeinträchtigen können. Der Staat ist daran interessiert, diese Risiken zu minimieren.
- Die Nutzung vieler Energieträger führt zu Emissionen von Schadstoffen. Zurzeit sind die negativen Effekte dieser Emissionen noch nicht in den Preisen reflektiert (Externalität), was zu nicht optimalen Anreizen führt.
- Schadstoffemissionen und die Knappheit der fossilen Energieträger werfen auch Fragen der Generationengerechtigkeit auf.
Energiepolitik ist aus all diesen Gründen nötig. Sie versucht gleichzeitig so unterschiedliche Ziele wie Versorgungssicherheit, Preiswürdigkeit und Umweltverträglichkeit zu erfüllen.