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Lichtmarkt Schweiz: LED hat noch grosses Entwicklungspotential

Bern, 13.11.2015 - Der Marktanteil der stromsparenden und langlebigen LED-Leuchtmittel lag 2014 erst bei bescheidenen 11%. Obwohl LED über die gesamte Lebensdauer kostengünstiger sind, können sie aufgrund ihres derzeit noch hohen Anschaffungspreises nicht mit den viel stärker nachgefragten, aber deutlich weniger energieeffizienten Halogen-Glühbirnen (55% Marktanteil) konkurrieren. Dies zeigt eine im Auftrag des Bundesamts für Energie erstmals durchgeführte Analyse des Lichtmarktes Schweiz, die künftig jährlich wiederholt werden soll.

Die Studie basiert auf den Angaben von 109 Marktteilnehmern (45 Hersteller, 53 Handel, 11 Retail), die über 90% des Schweizer Lichtmarkts repräsentieren. Ihr Umsatz betrug 2014 insgesamt rund 811 Millionen Franken (141 Millionen Franken für Leuchtmittel + 670 Millionen Franken für Leuchten) bei einem Absatz von 46 Millionen Leuchten und Leuchtmitteln (37.7 Millionen Stück Leuchtmittel + 8.3 Millionen Stück Leuchten). Den grössten Marktanteil beanspruchen die Hersteller mit 60% des Umsatzes und 54% der Stückzahlen, gefolgt vom Retail, der typischerweise die Privatkonsumenten bedient. Auf den Retail-Markt fallen 25% des Umsatzes und 31% der Stückzahlen.

Leuchtmittel: Halogen-Glühbirnen dominieren

Rund 37.7 Millionen Stück Leuchtmittel wurden 2014 verkauft.

  • Mehr als die Hälfte davon (55%, 20.7 Millionen Stück) waren Halogen-Glühbirnen (Temperaturstrahler). Sie gehören nicht zu den energiesparenden Produkten. Zurückzuführen ist der Verkaufserfolg wohl auf den tiefen Stückpreis, obwohl Halogen-Glühbirnen bei einer mittleren Lebensdauer von 2`000 bis 4`000 Stunden bereits nach 2 bis 3 Jahren ersetzt werden müssen.
  • Niederdruckentladungslampen ("Neonröhren") waren mit 20% (7.6 Millionen Stück) das am zweitmeisten verkaufte Leuchtmittel. Sie gehören zu den energieeffizienten Lichtquellen (Energieklasse A), sind weitverbreitet und werden vor allem im professionellen Bereich eingesetzt, wo viele Brennstunden pro Tag anfallen: 70-80% des Lichts wird in der Schweiz durch Niederdruckentladungslampen erzeugt.
  • LED-Leuchtmittel (Energieklasse A+, A++) erreichten 2014 einen Marktanteil von 11%. Der noch geringe Anteil kann insbesondere auf den noch hohen Anschaffungspreis zurückgeführt werden: Eine LED-Retrofit-Kompaktlampe (Glühlampenform) mit >800 Lumen (60 Watt-Glühlampenersatz) lag 2014 noch immer deutlich über 10 Franken und damit über der "Schmerzgrenze" vieler Konsumenten. Dies obwohl sie mit 10`000 bis 30`000 Stunden eine sehr hohe Lebensdauer aufweisen, viel weniger Strom verbrauchen und damit insgesamt wirtschaftlicher sind als Halogen-Glühbirnen.
  • Die klassischen Energiesparlampen (Energieklasse A) erreichten 2014 nur noch einen Marktanteil von 5% (1.9 Millionen Stück), der in Zukunft weiter abnehmen wird.

Weil die Preise für LED in den nächsten Jahren weiter sinken werden und auch das Design dieser Leuchtmittel laufend verbessert wird, ist zu erwarten, dass sich LED in den nächsten Jahren gegenüber der Halogen-Glühbirnen durchsetzen und sich als Standard etablieren wird. Der Anteil der Halogenlampen wird zudem durch die weitere Verschärfung der Effizienzkriterien abnehmen.

Aussenbeleuchtung zu rund 70 Prozent auf LED umgerüstet

Insbesondere bei der öffentlichen Beleuchtung ist die Ablösung von wenig effizienten Leuchtmitteln hin zu LED bereits weit fortgeschritten. 2014 lag der LED-Anteil an den gesamthaft verkauften Aussenleuchten bei 70%.

Bei der Innenbeleuchtung liegt der Anteil der LED erst bei 40%. Dies liegt in erster Linie daran, dass viele Leuchten für den Privatgebrauch noch mit Schraubfassungen ausgerüstet sind, in die aus Kostengründen (siehe oben) oder aus ästhetischen Überlegungen erst selten LED-Retrofit-Lampen geschraubt werden.

Adresse für Rückfragen:

Marianne Zünd, Leiterin Kommunikation BFE, 058 462 56 75 / 079 763 86 11, marianne.zuend@bfe.admin.ch

Herausgeber:

Bundesamt für Energie
Internet: http://www.bfe.admin.ch


http://www.bfe.admin.ch/energie/00588/00589/00644/index.html?lang=de